Die Reigoldswiler Nacht war mit ca. 80 Menschen von 17 bis 21.30 Uhr gut besucht und ermöglichte bei strahlendem Wetter und Abendsonne lebendige Begegnungen in und vor der Kirche, wo für Essen und Trinken gesorgt war.
Besonders beeindruckte der Auftritt des gerade frisch gegründeten Kinderchors: Der „Vogelchor“ sang und tanzte am Ende mit allen zusammen, nachdem Kinder und Erwachsene sich vielfältig engagiert hatten beim Puppentheater und Blöterli-Blasen, beim Harrassen-Steigen hinter der Kirche und beim Turmsteigen in der Kirche, beim Orgelbau oder in der Ausstellung „Und vergesst die Armen nicht“.
Der Orgelbausatz wurde unter Anleitung einer angehenden Orgelbauerin zu einer spielbaren Orgel mit zwei Registern, zwei Blasebälgen und zwei Oktaven. Große und kleine Leute besuchten danach die fünf Glocken im Turm, fanden das „Gästebuch“ mit alten Namenseintragungen am Türrahmen des Dachstuhls, fanden die ausrangierten Kirchenfensterscheiben und diskutierten in der Ausstellung über das „Nick-Negerli“ – noch in den 70ern in der Sonntagsschule in Gebrauch – oder über die alte Diakoniekasse aus dem 16. Jh., die so schwer ist, dass sie auch zwei Menschen nicht so ohne weiteres wegtragen könnten. Einer allein kann die alte Schatzkiste (nach dem Vier-Augen-Prinzip) auch nicht öffnen – eine gute Diebstahlsicherung der Kirchenkasse. Die alten Kollekten-Bücher mit ihren sorgfältigen Eintragungen begeisterten nicht nur die Heimatkundler. Währenddessen wurde draußen unter dem Kran beim Klettern der Rekord von 20 Harassen geknackt.
Wir denken jetzt schon an die nächste Lange Nacht der Kirchen im Mai 2027.
Dorothee Löhr






