Reformierte Kirchgemeinde Reigoldswil Titterten - Wir freuen uns auf Begegnungen mit Ihnen
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Orgelrevision: Wir brauchen Hilfe!

Die Königin der Instrumente braucht viel Zuwendung!

Die schöne, von Rudolf Ziegler erbaute Orgel in der Reigoldswiler Kirche benötigt eine Generalüberholung! Sie ist 65 Jahre alt und letztmals 2001 und 1980 gereinigt und überholt worden. Nach gut fünfzehn Jahren ist es nun wieder so weit.
Wie auf dem Foto zu sehen ist, hat die Kirchenpflege eigenhändig angepackt. Aber ohne die Sachkunde erfahrener Orgelbauspezialisten und ohne Eure Unterstützung geht es einfach nicht!

Wir brauchen Spezialisten!

Zum Glück hat der Orgelbauer Michael Klahre, der in Basel eine hervorragend eingerichtete Orgelbauwerkstätte führt, eingewilligt, die Revision durchzuführen und die notwendigen Reparaturen sowie technischen Verbesserungen vorzunehmen. Im Januar 2017 beginnt
der Ausbau der Orgel. Ende Februar 2017 sollen die Arbeiten beendet werden. Am Freitagabend, 28. April 2017, wird die Orgel mit einem Festkonzert des international tätigen jungen Organisten und Tonmeisters Oren Kirschenbaum öffentlich eingeweiht werden.

Wir brauchen Sponsorinnen und Sponsoren!

Im Rahmen des jährlichen Budgets ist eine solche Aufgabe nicht zu finanzieren. Deshalb hatte die Kirchenpflege einen Orgelfonds eingerichtet. Damit ist ungefähr die Hälfte der Kosten von
46.000 Franken gedeckt. Deshalb suchen wir Unterstützerinnen und Unterstützer. Wir haben Stiftungen und Fonds angeschrieben, die vielleicht einen Beitrag sprechen. Aber wir möchten auch um Unterstützung in unserer Kirchgemeinde werben.
Auch kleine Spenden sind wertvolle Gaben.

Für größere Beiträge gibt es eine Belohnung:
– Wer für die Orgelrevision in Reigoldswil einen finanziellen Beitrag von mindestens 50 Franken spendet, wird eine persönliche Einladung (und eine Freikarte) für das Einweihungskonzert erhalten.
– Wer 500 Franken spendet, erwirbt sich damit das Anrecht auf ein privates musikalisches Geburtstagsständchen durch ein Mitglied der Kirchenpflege.
– Wer mindestens 1000 Franken für die Orgelrevision spendet, darf sich am öffentlichen Einweihungskonzert vom Konzertorganisten Oren Kirschenbaum ein Musikstück wünschen!
– Alle, die mindestens 100 Franken spenden, werden in der Einladung zum Einweihungskonzert und in der Danksagung namentlich erwähnt.

Gemeinsam wollen wir dazu beitragen, dass unsere kostbare Orgel uns noch viele Jahrzehnte lang mit ihrem Wohlklang und der Vielfalt ihrer Register erfreut, die Kirchgemeinde zum Mitsingen anregt und die Trauernden tröstet.

Bitte überweisen Sie Spenden auf das Postkonto der reformierten Kirchgemeinde Reigoldswil-Titterten: CH 48 0900 0000 4001 8733 2.

 

Kirchenkino 2016/2017

Schweizer Filme stehen im Winterhalbjahr auf den Programm.
Das Programm mit Daten und Infos zu den Filmen kann hier runtergeladen werden.

Als Pilgergruppe unterwegs

Die Wanderung war begleitet von herrlichem Frühsommerwetter; die Pilger wurden verwöhnt mit wunderbarer Sicht auf die Alpen und den weiten Genfersee. In diesem Jahr überlegten wir uns Fragen um das Thema „Blick und Herz weiten“. Wie verändert sich unser Leben, wenn wir unseren Blick darauf und auf den Rahmen des Lebens verändern? Dazu wurden immer wieder Gedanken gesammelt, angeregt durch wertvolle Impulse von Pfarrerin Kerstin Bonk, teilweise in Stille verarbeitet und teilweise untereinander ausgetauscht. Die Pilger liessen sich stärken mit Möglichkeiten, das Leben zu verändern, ganz im Sinne des Liedes:

„Vertraut den neuen Wegen auf die der Herr uns weist,

weil Leben heisst sich regen, weil Leben wandern heisst.“

Dabei erlebten alle wunderbare Momente; jede einzelne Person fühlte sich in der Gruppe wohl und gut aufgehoben. Unterwegs durften wir bei einer altehrwürdigen Jakobskapelle ein sehr eindrückliches Beispiel erleben, wie wir mit Vertrauen auf Gott und starkem Willen unser Leben verändern können: Eine Frau fühlt sich berufen, an diesem herrlichen Ort eine Pilgerherberge einzurichten. Sie kämpft dafür, obwohl sie auf diesem Weg viele Hindernisse hat. So sind wir ermutigt worden, unser Leben so zu gestalten, wie es unserem Herzen entspricht; oder, wie der kleine Prinz sagt: “Man sieht nur mit dem Herzen gut.“ Der ganze Anlass war ausgezeichnet begleitet von Pfarrerin Kerstin Bonk. Tief beeindruckt, dankbar und sehr zufrieden verabschiedeten sich alle und freuen sich schon jetzt auf die Fortsetzung der Pilgerwanderung im nächsten Jahr.

Fotos vom Anlass

Wie ein Baum am Wasser – Pilgern auf dem Jakobsweg

Beim Pilgern entschleunigen wir. Wir lassen den Alltag hinter uns, lösen uns von Hektik und Leistungsdruck, reduzieren das Tempo und konzentrieren uns auf unsere Schritte. Im Fluss des Gehens öffnen sich unsere Sinne, unser Blick und Herz weitet sich für Zeichen am Weg. Bilder für Gottes Gegenwart kommen in Gang. Wir gehen in uns und bedenken Ziel, Sinn und Halt unseres Lebens.

Wir wandern auf dieser Etappe auf einer sehr abwechslungsreichen Landschaft immer am Genfer See entlang. Mal direkt am Wasser auf der Promenade, mal durch Strandbäder und Stadtparks. Dann führt der Weg abseits durch Weinberge oder kleine Wäldchen. Neben prachtvollen Villen auf abgeschirmtem Privatbesitz treffen wir auch auf Abschnitte, wo sich Bäche, Bäume und Vegetation frei entfalten können. Wir passieren auf unserem Weg schmucke Dörfer mit Weingütern und kleinen Schlössern wie Morges, St. Prex, Perroy oder Prangins. Am letzten Tag erreichen wir das hübsche Städtchen Nyon mit Spuren römischer Siedlung.
Immer wieder werden wir Hinweise auf Jakobspiler und die wegweisende Muschel entdecken können.

Verschiedene Impulse, Wegworte, Lieder, Übungen werden uns begleiten und zum Nachdenken und/oder Austausch anregen. Einzelne Abschnitte werden wir auch im Schweigen gehen.

Programm        

Donnerstag, 25. Mai
Treffpunkt
: 7:20 Dorfplatz Reigoldswil
7.29 Uhr Abfahrt Dorfplatz Reigoldswil
Bus 70 via Liestal, Zug via Olten, Morges.
Ankunft  St. Sulpice 10:53 Uhr
1.    
Tag: St. Sulpice – St. Prex
Reine Wanderzeit: ca. 3 Stunden
Distanz: 11.8 km
Höhenmeter: kaum Höhendifferenz

Freitag, 26. Mai
2.    
Tag:  St. Prex – Rolle

Reine Wanderzeit: ca. 3 Stunden
Distanz: 11.2 km
Höhenmeter: kaum Höhendifferenz

Samstag, 27. Mai
3.    
Tag: Rolle – Nyon

Reine Wanderzeit: ca. 4 Stunden
Distanz: 15,9 km
Höhenmeter: kaum Höhendifferenz

Rückkehr:
27. Mai, ca. 20 Uhr Reigoldswil
ca. 16.30 Uhr ab Nyon

Übernachtungen und Nachtessen
im privaten „Aux 4 saisons“ in St. Prex, wo wir in einfachen DZ mit Halbpension willkommen sind und im komfortablen Hotel „Hostellerie du 16 ème siècle“ in Nyon.

 

Mitnehmen im Rucksack
(alle tragen ihr Gepäck im eigenen Rucksack: Lunch und Getränke für unterwegs, Kleidung)
– Gut eingetragene Wanderschuhe
– Sonnenschutz / bzw. Regenschutz
– Picknick
– Evtl. kleine Matte zum Sitzen
– U-Abo bzw. Halbtax Abo
– Gefüllte Trinkflasche
– Necessaire
– evtl. wenig Toilettenpapier
– kleines Handtuch für unterwegs

Kosten:
225 Fr. im Vierbettzimmer
250 Fr. im Doppelzimmer
290 Fr. im Einzelzimmer (2. Nacht)
inklusive 2 ÜN mit Frühstück,
Kaffeehalt und Nachtessen,
exklusive Fahrtkosten
(Aus Kostengründen sollte niemand zu Hause bleiben müssen. Im Bedarfsfall bitte Kontakt mit dem Pfarramt aufnehmen.)

Maximal 13 Teilnehmende,
Berücksichtigung nach Eingangsdatum.

Informationen:
Kerstin Bonk, Oberbiel 2,
4418 Reigoldswil, Telefon 061 941 14 17
Kerstin.Bonk@bman.ch

Durch Hand und Herz verbunden – Kirchgemeindefest in Reigoldswil

Mit unseren Händen, diesen sensiblen, zum Greifen und Zupacken fähigen multifunktionalen Werkzeugen, können wir viel mehr tun als nur verhandeln, handeln und „händeln“; wir können damit auch wohltun, Kranke behandeln und beten. Dabei ist unser persönlicher Fingerabdruck einzigartig – ein Sinnbild dafür, dass wir etwas ganz Besonderes beitragen können zum Leben. Unter der Leitung von Daniel Zellweger umrahmten die Arboldswiler Bläser den Gottesdienst, wobei sie den Chorälen mit ihrer Begleitung festlichen Glanz verliehen.

Der zweite Teil des Morgens war dem Projekt „Sinp’arispa“ gewidmet: Anhand von Filmaufnahmen, berührenden Lesungen von Rafael Moser aus dem Roman „Geflochtene Wege“ von Maria Magdalena Moser, Musikdarbietungen mit Tanz und kurzen Podiumsgesprächen wurde über die Anlaufstelle für Dienstmädchen in der Stadt Sucre in Bolivien informiert: ein Projekt, das die Familie Moser gemeinsam mit der bolivianischen Anwältin Elisabeth Montero geplant und 2007 verwirklicht hat. Es war die Absicht, ausgebeuteten Dienstmädchen durch Beratung, menschliche Zuwendung und das Angebot eines Treffpunktes für die Freizeit wie auch für Notsituationen ganz konkret zu helfen, ihr Leben besser zu meistern. Seither konnte bereits etwa tausend Dienstmädchen geholfen werden. Gegenwärtig ist die bolivianische Anwältin mit ihrer Familie in der Schweiz zu Gast. Die Kollekte des Kirchgemeindesonntags kommt voll und ganz dem Projekt zugute.

Nach dem Mittagessen, dessen Hauptgang – Spaghetti bolognese –  von einem schon vielfach bewährten Team in gewaltigen Kochkesseln zubereitet worden war, dankte Pfr. Andreas Olbrich dem langjährigen Co-Präsidenten der Kirchenpflege Roland Plattner, der sich wegen der Übernahme einer Stabsstelle im Dienst der Kantonalkirche aus der Kirchenpflege zurückzieht, für seinen großen Einsatz. Auch Christine Casagrande und der langjährige Synodale Hans Wagner erhielten für ihre intensive Mitarbeit Zeichen herzlicher Dankbarkeit. Die Gemeindeglieder, die in den letzten Jahren persönlich das Missionsblatt verteilt hatten, bekamen stellvertretend für die zahlreichen Freiwilligen, die in aller Stille Hand anlegen und so zum Zusammenhalt der Kirchgemeinde beitragen, ein farbenfrohes Blumengebinde. Bei Kuchen und Kaffee blieben die Gemeindeglieder noch lange plaudernd beisammen. Am Stand der Lederwerkstatt REHOVOT waren schön gestaltete Lederwaren zu bewundern; deren Kauf unterstützt eine von der reformierten Kirche Basel-Stadt getragene Arbeitsgemeinschaft handwerklich geschickter Leute, die sich um Asyl bewerben. Es war ein herzerwärmendes, von vielen Händen liebevoll gestaltetes Fest der Verbundenheit!

Die Weihnachtsgeschichte als Kantate

Der erste Teil des Konzertabends umfasste kürzere Werke aus dem 20. Jahrhundert sowie der Barockzeit. Im zweiten Teil folgte die Kantate von Max Drischner (1891-1971) über die Weihnachtsgeschichte. Der erste Teil des Konzertes wurde von Judith Romer durch ein Orgelsolo von Max Reger (Op. 135a, Nr. 16) eingeleitet, der zweite Teil durch das Choralvorspiel zu „Es ist ein Ros entsprungen“ von Max Drischner. Dank vortrefflicher Registrierung gewann die Organistin den Werken überraschende Klangnuancierungen ab.

Im Mittelpunkt des Adventskonzertes standen die Beiträge des Chors, der con fuoco singt: von innerem Feuer beseelt. Das Blockflöten-Ensemble Rahel Baltensberger-Mattmüller, Clara Bonk, Annegret Schaub und Eva Thommen bot instrumentale Zwischenspiele dar, die zu den musikalischen Höhepunkten gehörten. Neben dem Chor hatte auch die Altistin Barbara Frey eine Hauptrolle inne: Sie sang die Rezitative – in Drischners Kantate Passagen aus der biblischen Erzählung über die Nacht, in der Christus geboren wurde – mit großer Ausdruckskraft. Sogar in hohen Tonlagen, die ihr in J.S. Bachs Arie „Bereite dich, Zion“ aus BWV 249, Teil 1, noch hörbar Mühe bereitet hatten, erklang ihre Stimme markant und mit glockenartigem Timbre. Musikalisch widerhallen in den Rezitativen einige Echos aus Balladen Bertolt Brechts in der Vertonung durch den „Arbeiterdichter“ Hanns Eisler. So ergeben sich reizvolle Kontrasteffekte zum vertrauten biblischen Sprachduktus: Handelt es sich um musikalische Hinweise auf die soziale Sprengkraft (früh-)christlichen Denkens und Lebens?

Drischners Weihnachtskantate ist 1944 in Brieg (bei Breslau) entstanden und – kurz vor der Flucht großer Bevölkerungsgruppen aus Schlesien – dort uraufgeführt worden. Ulrike Noffke führte nicht nur als Chordirigentin, sondern auch mittels kurzer Erläuterungen durch das reichhaltige Konzertprogramm. Dabei hob sie Parallelen zur aktuellen Flüchtlingsproblematik hervor. Der ganze Konzertabend stand unter dem weihnächtlichen Motto „Frieden auf Erden“, das einen leuchtenden Kontrapunkt bildet zu der Kriegsnot und der Vertreibung in den zeitlich und geographisch weit voneinander entfernten Regionen, die im Adventskonzert musikalisch berührt wurden. Begeisterter Applaus und kunstvolle Blumengebinde belohnten die Mitwirkenden für ihren großen Einsatz.

Erster Advent im Zeichen des Lichts und ökumenischer Verbundenheit

Einige wurden auf einem Wagenrad angeordnet, da der Vorläufer der heute weitherum beliebten, jedoch erst im 19. Jahrhundert eingeführten Adventskränze ein riesiges Wagenrad mit großen Kerzen für die Sonntage und kleinen Kerzen für die Werktage war. Sein Erfinder, der Hamburger Theologe und Erzieher Johann H. Wichern (1808-1881), wollte seinen Schützlingen – einer Gruppe verwaister oder aus anderen Gründen bedürftiger Kinder – zeigen, wie aus einem Lichtfunken im Laufe der Adventszeit ein Lichtermeer werden kann: ein Symbol der Hoffnung und ein ermutigendes Sinnbild für die Möglichkeit, auch selbst zur Ausbreitung von Wärme und Geborgenheit beizutragen.

Der ökumenische Familiengottesdienst wurde von Pfrn. Kerstin Bonk und ihrer katholischen Kollegin Sabine Brantschen aus Oberdorf gemeinsam geleitet. Zu Gast war überdies ein anglikanischer Kollege aus Sri Lanka: Pfr. Fernando Asiri, der zurzeit im Ökumenischen Institut in Bossey (bei Nyon) einen Weiterbildungskurs besucht. Er wurde auf Englisch willkommen geheißen und überbrachte der Kirchgemeinde Grußworte seiner Gemeinde wie auch seines Bischofs. Regula Bürgin übersetzte seine Worte ins Deutsche.

Das Licht war die wegleitende Thematik des ökumenischen Gottesdienstes. Nach der Lesung aus Jesaja 60, 1-3, wo dazu aufgefordert wird, licht zu werden, und Gott als Inbegriff strahlenden Lichtglanzes gepriesen wird, informierte Pfrn. Kerstin Bonk über die merkwürdige Entstehungsgeschichte des Adventskranzes. Ihre Kollegin Sabine Brantschen schilderte, wie seit 29 Jahren dank einer Initiative des österreichischen Landesstudios jeweils ein Licht angezündet wird in der Geburtskirche von Bethlehem. Von dort wird das Kerzenlicht nach Wien transportiert, wo es weiter verteilt und in viele Länder gebracht wird als Symbol des Friedens. So soll sichtbar dazu beigetragen werden, in der Weihnachtszeit die Friedensbotschaft weltweit zu verbreiten. In der Schweiz wird das Licht aus Bethlehem seit 1993 weitergegeben. Sabine Brantschen selbst durfte es damals in Zürich abholen. Ihre Tochter Yael berichtete, wie sie es im vergangenen Jahr von Zürich aus weitertragen konnte, wobei sie ins Bundeshaus eingeladen und von Bundesrat Burkhalter willkommen geheißen wurde. Am 14. Dezember kann man das Licht im römisch-katholischen Pfarreizentrum in Oberdorf abholen, um es weiter zu reichen – auch in Reigoldswil und Titterten!

Beim anschließenden Kirchenkaffee konnten sich die Anwesenden über die berührenden Zeugnisse unterhalten, die sie vernommen hatten, und dem liebenswürdigen Gast aus Sri Lanka Fragen stellen.

 

«Kirche – bei uns»: Fotoausstellung von Pfr. Andreas Olbrich

Die faszinierend schönen, vielschichtigen Bilder wurden nicht etwa mit einem Bildgestaltungsprogramm am Computer erzielt. Vielmehr gelingt es Andreas Olbrich, in der Umgebung und in Sichtweite der fotografierten Kirche Texte aufzuspüren, denen er philosophische Prägnanz verleiht, indem er beispielsweise ein Schaufenster ablichtet, in dem sich die Kontur der benachbarten Kirche spiegelt und wo zugleich ein Wort aus einer alltäglichen Mitteilung zu sehen ist, das dank dem fotografisch damit verbundenen kirchlich-religiösen Kontext in neue Dimensionen hineinragt.

Die Bildkompositionen überzeugen formal und bezaubern durch ihre farbliche Nuancierung. Einige wirken wie leuchtende Fenster der Transzendenz. Durchsichtigkeit und teilweise Unschärfe verleiten zu träumerischer Besinnung. Ist mit dem Wort PACE, das sich vor einer steinernen Kirchenfassade spiegelt, das italienische Wort für „Frieden“ oder der englische Ausdruck für „das Tempo angeben; Schrittmacher sein“ gemeint? Vermutlich beides zugleich; die Kirche kann ein Hort des Friedens sein, zugleich auch ein Treffpunkt, der Mut gibt zu neuen Schritten, ja sogar zum Aufbruch in eine neue Richtung. «BEI UNS» auf dem oben sichtbaren Foto aus der Ausstellung weckt die Assoziation an die Kirche als heimatlichen Ort der Identifikation wie auch des Gemeinschaftsgefühls. Zugleich verweist der Ausdruck auf die Möglichkeit, dort zu sich selbst zu finden, (in der Gemeinschaft mit Anderen) bei sich selbst zu sein. Durch Mehrdeutigkeit und versteckten Tiefsinn laden die Fotos zum Innehalten und zur Reflexion ein.

In der Ausstellung liegt ein Ordner auf, in dem Pfr. Andreas Olbrich Einblick gibt in den Werdegang und den Verlauf seines Fotoprojektes, dessen Vertiefung dank eines Studienurlaubs möglich war. Besuche der Ausstellung „Kirche – bei uns“ im Dorfzentrum von Lupsingen (Liestalerstr. 25) sind bis Ende Februar 2016 werktags von 9-11 und 15-17 Uhr möglich.

Barockkonzert der Pizzicanti in der Kirche

Das Ensemble experimentiert gerne, wie Jonathan Pesek (Violoncello) betonte, und liebt es, Überraschungen zu präsentieren. So wurden beide Teile des Konzertes mit kaum bekannten Stücken von Louis-Antoine Dornel und Joseph Bodin de Boismortier eröffnet. Anfangs gab es beim Zusammenspiel leichte Inkongruenzen, doch fand das Team rasch zur gewohnten Hochform. Von Georg Philipp Telemann hatte das Ensemble die eher selten aufgeführte, wunderschöne Sonata in e-moll (TWV 44: 5) für vier Violinen, Bratsche, Cello, Bassgeige und Cembalo ausgewählt. Mit ergreifender Intensität wurden die beiden langsamen Sätze, das besinnliche Adagio und das leidenschaftliche Grave, gestaltet; in den schnellen Sätzen brillierten die Musizierenden demgegenüber mit tänzerischer Leichtigkeit: con fuoco e brio.

Besonders eindrucksvoll wirkte auch das Concerto grosso (Op. 7, Nr. 11) von Giuseppe Valentini, in dem die Violinen einander das virtuose Leitthema zuspielen und es an die übrigen Musizierenden weiterreichen. Dass die besten Werke des Römers Valentini denen seines venezianischen Zeitgenossen Vivaldi nahe stehen, konnten die Anwesenden unmittelbar hören und überprüfen, da als abschließender Höhepunkt das Concerto con quatro Violini e Violoncello obligato (Op. 3, no. 10, RV 580) von Antonio Vivaldi dargeboten wurde. Wer die beiden Konzerte der Pizzicanti in der Kirche von Reigoldswil miterlebt hat, wird in Zukunft nach Gelegenheiten Ausschau halten, dieses hervorragende Ensemble aufs Neue hören zu können!

„Gleichgültigkeit ist schlimmer als Hass!“ Kapitän Stefan Schmidt zu Gast bei der Kirchgemeinde Reigoldswil-Titterten

Gleich zu Beginn machte er darauf aufmerksam, dass „bei einer Weihnachtskrippe ohne Araber, Afrikaner, Juden und Flüchtlinge nur noch Ochs und Esel übrig“ bleiben würden. Dies war eine passende Pointe zu dem aufwühlenden Gottesdienst von Pfrn. Kerstin Bonk über die Flucht Marias und Josephs nach Ägypten, zur heutigen Situation in Kriegsgebieten und über die lebensgefährliche Flucht aus den Krisenregionen. Ihre mit Zahlen untermauerten, von Zeichnungen der zu Konfirmierenden ausgehenden Überlegungen in der Predigt gipfelten in der Aussage, dass Gleichgültigkeit noch schlimmer sei als Hass. Denn Gleichgültigkeit negiert die Existenz des Anderen. Im Gebet beschwor sie unsere Fähigkeit, im Flüchtling den Menschen wahrzunehmen, nicht blind zu werden für das Antlitz des Fremden, dessen Blick unser eigenes Gesicht wiederspiegelt. Dabei klang Psalm 69, der von der Gemeinde gelesen wurde, überraschenderweise wie ein bewegender Kommentar zur heutigen Situation. Der Gottesdienst wurde musikalisch hervorragend umrahmt durch die Blaukreuzmusik Niederschönthal unter der Leitung von Dieter Schweizer.

Kapitän Schmidt hatte ein großes Wandgemälde mitgebracht, auf dem ein (inzwischen auf der Flucht verstorbener) afrikanischer Flüchtling zu sehen ist, der hinter einem Stacheldraht beim Aufgang oder Untergang der Sonne mit traurigen Augen lächelt. Anhand eines kurzen Dokumentarfilms schilderte der Referent, warum er 2004 zusammen mit zwei Mitarbeitern von der italienischen Polizei wegen „Beihilfe zu illegaler Einreise“ ins Gefängnis verfrachtet wurde, worauf ein kostspieliger fünfjähriger Prozess folgte, der mit einem Freispruch endete. Bekanntlich hat er mit seiner Crew, die eigentlich Medikamente an die westafrikanische Küste transportieren sollte, im Mittelmeer 37 Bootsflüchtlingen das Leben gerettet. Es gehört seit alters her zu den Pflichten eines Hochseekapitäns, Leute in Seenot aufzunehmen und sie in einen sicheren Hafen zu führen. Zu Recht hat es mediales Aufsehen und Empörung erregt, dass seine humane Tat ihm jahrelang als Verbrechen angelastet wurde. Dass fast alle von ihm damals geretteten Flüchtlinge umgehend in ihr ‚Heimatland‘ zurückspediert wurden, wird dabei nur selten erwähnt.

Die schön geschmückten Tische in der Mehrzweckhalle waren voll besetzt. Groß und Klein lauschte gebannt den fesselnden Worten des Kapitäns. Hernach servierten die Mitglieder des Frauenvereins Titterten gemeinsam mit Konfirmandinnen und Konfirmanden Speis und Trank. Alle Anwesenden trugen dazu bei, dass der diesjährige Titterter Suppentag zu einer ganz besonderen Begegnung wurde, die nicht leicht vergessen wird, wer sie miterlebt hat.

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